Mit Newsletter-Anbietern erzielt man fast immer ein gutes Ergebnis, muß dafür aber tief in die Tasche greifen. Bereits der Versand von nur 2.500 E-Mails kostet im Durchschnitt 20 € im Monat. Und es werden wichtige Informationen der Kunden und des Shop an den Anbieter weitergegeben. Die volle Ladung an Leistungen, z.B:

  • unbegrenzte Benutzeranzahl
  • keine Einschränkung in der Mediathekgröße
  • Detaillierte Reports
  • Spam-Test
  • usw.

kosten richtig. Und die volle Ladung wird früher, als man denkt, benötigt.

Die Ersteinrichtung bei einem Newsletter-Anbieter ist komfortabel, dauert aber auch, weil wichtige Themen wie Sender Policy Framework (SPF) und DomainKeys Identified Mail (DKIM) beachtet werden müssen, damit die Mails nicht von Spamfiltern abgefangen werden.

Auch die Wahl einer Layout-Vorlage ist nicht mit nur ein, zwei Klicks erledigt. Ob man nun eine Layout-Vorlage von einem Newsletter-Anbieter wählt, oder einfach die Suchmaschine seiner Wahl befragt, beides braucht seine notwendige Zeit.

E-Mail Marketing mit phpList

Sieht vielleicht nicht so schön bunt aus, wie die Designs der großen Dienstleister, aber alles da, was wirklich gebraucht wird.

phpList ist ein sehr bekanntes Open Source System und auf dem eigenem Server oder eigenem Webspace schnell installiert. Die Software stellt wenig Ansprüche, die gängigen Hostpakete passen. Datenbank einrichten, Daten eintragen, fertig. phpList gibt es seit 2000, die Weiterentwicklung und regelmäßige Updates sind gewährleistet. Des weiteren gibt es weltweit eine große Community. Man findet also schnell Antworten und Tips. phpList gibt es in 35 Sprachen.

Die Installation und die Einrichtung sind in wenigen Stunden erledigt und man hat die volle Ladung an Leistungen, die bei Newsletter-Anbietern Kosten verursachen. Wichtige Funktionen von phpList:

Ein Editor, mit allen Möglichkeiten
  • DSGVO-konform (Keine Datenweitergabe)
  • Einfache Bedienbarkeit
  • Beliebige Vorlagen können eingebunden werden
  • Einfacher und sehr gut bedienbarer Editor
  • Reports und Analysen (ohne daß diese auch noch von Dritten genutzt werden können)
  • Automatischer Versand
  • Erweiterbar mit Plugins

Für Ein-Klick-Produkt- und Inhaltsübernahmen gibt es Erweiterungen für Shops. Zum Beispiel von Webstollen das Plugin Newsletter Hero für den JTL-Shop. Damit exportiert man einfach den erstellten HTML-Newsletter (zusammengestellt mit Artikel, Newsbeiträgen, Kategorien, usw.) in den Editor von phpList.

Newsletter-Archiv

Mit WordPress, einem ebenfalls kostenlosen Open Source System, ist ein Newsletter-Archiv mit wenig Aufwand eingerichtet. Dazu wird einfach eine E-Mail-Adresse in den Verteiler aufgenommen, die WordPress dann abruft. Der gesendete Newsletter wird dann automatisch als Beitrag veröffentlicht. Die Erweiterung Postie ist Pflicht, um die Signatur mit individuellen Links, die phpList erstellt, automatisch im Beitrag zu entfernen.

Hohe Zustellraten durch Whitelisting

Standardmäßig dürfte der SMTP-Versand über den Server des eigenen Hosters unproblematisch sein. Der Mailserver des Hosters ist zu 99 % auf einer weißen Liste. Dafür reduziert der Hoster zum Beispiel den möglichen Versand von E-Mails pro Stunde und Postfach, z.B. 250 Mails pro Stunde. Man muß nur dem Hoster das Postfach nennen, welches für den Newsletter-Versand verwendet wird, die meisten Hoster erhöhen auf die gewünschte Anzahl ohne Extrakosten zu verlangen.

Test vor Versand

Um seinen Newsletter zu überprüfen, wie er sich zum Beispiel gegen Spamfilter durchsetzt, gibt es ein sehr gutes Online-Tool: mail-tester.com.

Fazit

Möchten Sie professionelle Newsletter versenden und Abonnenten verwalten, ohne in die Kostenfalle zu tappen und ohne Kundendaten an Dritte zu übertragen, empfiehlt sich der Einsatz von phpList.

Selbst kleine Buchhandlungen und Verlage, aber auch Firmen und Organisationen mit zahlreichen Listen nutzen phpList. Einfach nach powered by phpList suchen.

Das einzige in der Gesamtbetrachtung zu vernachlässigende wäre der Zeitaufwand für die Installation dieser professionellen Anwendung. Die Ersteinrichtung selbst ist ähnlich und zeitintensiv wie bei einem Newsletter-Anbieter.

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Veröffentlicht von Jens Falk

Der gelernte Verlagskaufmann hat sich 2004 als Buchhändler, Antiquar und Berater selbständig gemacht. Die Buchhandlung und – seit 2018 – der Verkauf von Schiffsuhren dienen auch der Evaluierung und Analyse neuer Entwicklungen im Einzelhandel, sei es vor Ort, im Netz oder bei Veranstaltungen.

Vor der Selbständigkeit konnten in einer Zeitungsredaktion (CvD) sowie in IT-Abteilungen journalistische und netzwerktechnische Erfahrungen gesammelt werden. Die daraus folgende fachliche Kompetenz und die technische Affinität ermöglichen es, auf der einen Seite selbst WebShops (z.B. JTL und WooCommerce) und CM-Systeme (z.B. WordPress) zu hosten und Server (Windows & Linux) zu administrieren, andererseits ist es möglich, die tatsächlich besten Lösungen und Anwendungen (Preis-Leistungs-Verhältnis) zu finden.

Praxisrelevantes Fachwissen in Buchführung, Bilanzierung und Jahresabschluß wurden seit Gründung in den eigenen Firmen und in Kundenprojekten angewendet, des weiteren als Mitglied im Vorstand einer Genossenschaft, verantwortlich für Finanzen.

jens-falk.de / falkmedien.de / jens@jens-falk.de / 0160-98328287
Jens Falk

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1 Kommentar

  1. Ein weitere sehr gute Lösung ist bei Lehmanns zu sehen. Dort läuft Mailman. Das wurde wohl mal vor Jahrzehnten eingerichtet und läuft und läuft und läuft.

    Ab und zu schaue ich mir ein Newsletter-Versender an. Nett sind dort die Tipps, die dann automatisch kommen und u.a. zeigen sollen, wie eine automatische Kampagne (z.B. jede Woche eine Mail) funktionieren kann.

    Inhaltlich ganz gut, aber wenn mir Thunderbird sagt: „Diese Nachricht könnte ein Betrugsversuch (Phishing) sein“, habe ich mal nicht so ein Vertrauen an Newsletter-Versendern und neige auch eher zum SMTP-Versand über ISP, deren Mail-Server auch auf weißen Listen stehen.

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